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Die Jesuitensammlung im Wallraf-Richartz-Museum Köln

Das reiche Konvolut gehörte einst zur Lehrsammlung des Gymnasiums Tricoronatum und zählte stattliche 6.131 Zeichnungen sowie 19.244 Druckgraphiken. Nachdem der Jesuitenorden 1773 aufgehoben worden war, blieb die Sammlung in Köln, geriet aber bald in die Wirren der Französischen Revolution. Noch im Jahr 1794 wurden die Blätter durch die französischen Revolutionstruppen nach Paris verbracht. Hier gingen die Zeichnungen an das Cabinet des dessins des Louvre und die Druckgraphiken an das Cabinet des estampes der Bibliothèque Nationale, wo man sie mit dem Stempel „col“ („Cologne“) versah. Als man sich 1815 um Rückgabe bemühte, erhielt Köln den kleineren Teil der Sammlung zurück. Sie zählt heute 523 Zeichnungen und 5.407 Druckgraphiken.

 

Besonderheiten

Grafiken aus dem Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Graphische Sammlung. Dauerleihgabe des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Ehemals Sammlung des Kölner Jesuitenkollegs.

Links: Hans Burgkmair d. Ä. (1473–1531) Der heilige Lukas malt die Madonna, 1507 224 x 158 mm Holzschnitt, Inv. Nr. 30022.

Rechts: Hans Schäufelin (am Oberrhein um 1482/83 – 1539/40 Nördlingen) Heiliger Sebastian, 1519 Feder in Schwarz auf Vergé 286 x 187 mm Monogramm mit Schaufel und Jahreszahl „1519“ auf dem Erdhügel links, Inv. Z 124.

Die Zeichnungen

Vor wenigen Jahren wurden die Zeichnungen unter der Leitung von Thomas Ketelsen wissenschaftlich aufgearbeitet und in einer Auswahl von 90 Blatt in der Ausstellung Wir – Glauben – Kunst (24.4.-18.8.2019) vorgestellt. Die Präsentation zeigte deutsche, niederländische und italienische Zeichnungen des 16. bis frühen 18. Jahrhunderts, unter anderem Werke von Hans Schäufelein, Erhard Schön, Friedrich Sustris, Georg Beham (Pecham) und Christoph Jamnitzer sowie Blätter von Joachim Wtewael und Hans Speckaerts, Taddeo Zuccaro, Guglielmo Cortese, Giacomo Franco und Federico Zuccarri.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog in der Reihe Wallraf im Fokus:

Wir·Glauben·Kunst. Bildermacht und Glaubensfragen. Meisterzeichnungen aus der Kölner-Jesuiten-Sammlung „Col.“, hrsg. von Thomas Ketelsen und Ricarda Hüpel mit Beiträgen von Iris Brahms, Karen Buttler, Mireille Cornelis, Thomas Ketesen, Claudia-Alexandra Schwaighofer und Michael Venator. Köln, 2019.

Besonderheiten

Alessio de Marchis (Neapel 1684 – 1752 Perugia), zugeschrieben Klassische Ruinenlandschaft mit Staffage, Pinsel in Rotbraun, rotbraun und grau laviert, über Vorzeichnung mit schwarzer Kreide, oben, links und rechts schwarze Kreideeinfassungslinie, auf Vergé 135 x 204 mm Oben rechts, gestempelt, mit schwarzer Farbe: „Col.“. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Graphische Sammlung. Dauerleihgabe des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Ehemals Sammlung des Kölner Jesuitenkollegs, Inv. Z 3174.

 

Die Druckgrafiken

Seit Dezember 2020 wird die druckgraphische Sammlung des Jesuitenkollegs digital aufgearbeitet und soll mit Abbildungen und Werkangaben sukzessive online gestellt werden. Dieser Teil der Jesuitensammlung enthält Druckgraphik des 16. und 17. Jahrhunderts aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Die nach Köln zurückgegeben Druckgraphiken stammen insbesondere aus solchen Bänden, in denen ausschließlich Darstellungen mit religiösen Motiven verwahrt wurden, welche in der nachnapoleonischen Zeit offenbar nur auf eingeschränktes Interesse stießen. Dieser Teil der Jesuitensammlung wurde 2003 von Dietmar Spengler umfassend untersucht:

Dietmar Spengler: „spiritualia et pictura“. Die graphische Sammlung des ehemaligen Jesuitenkollegs in Köln. Die Druckgraphik. Köln 2003.

Besonderheiten

Johann Bussemacher (ca.1580–1613) Ignatius von Loyola, Kupferstich 354 x 265 mm. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Graphische Sammlung. Dauerleihgabe des Gymnasial- und Stiftungsfonds. Ehemals Sammlung des Kölner Jesuitenkollegs Inv. Nr. 17255